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Aufstieg

Überlegungen zum ersten Entwurf einer Dissertation – das Exposé

Eine Dissertation soll den Nachweis erbringen, dass ihr Autor eine noch offene wissenschaftliche Fragestellung eigenständig entwickeln, bearbeiten und erschöpfend beantworten kann.

Der erste praktische Schritt zur erfolgreichen Promotion ist die Erstellung eines Exposé, also einer Skizze der geplanten Dissertation. Eine verbindliche Form des Exposé gibt es nicht. Es dient einerseits dazu, dem Autor selbst über das Thema und seine Bearbeitbarkeit unter definierten Rahmenbedingungen Klarheit zu verschaffen, andererseits seinem Leser, vor allem den potenziellen Betreuern („Doktorvater“), einen realistischen Eindruck von der Forschungsidee  und ihrer Darstellbarkeit zu liefern. Dabei muss nachvollziehbar vermittelt werden, ob die Fragestellung hinreichende Relevanz und Originalität besitzt und der Doktorand in der Lage ist, sie auf wissenschaftlichem Niveau, methodisch angemessen, eigenständig und qualifiziert zu bearbeiten. Besonders mit diesem letzten Punkt sind an das Exposé einer Dissertation höhere Anforderungen gestellt als an das einer Bachelor- oder Masterarbeit. 

Kurz gefasst lautet die Aufgabe: Was will und kann ich warum und wie bearbeiten? Folgende Aspekte sollten daher im Mittelpunkt stehen:

  1. Womit genau möchte ich mich befassen? Wie lauten das Forschungsthema, seine Abgrenzungen und die Untersuchungsfragen? Besitzen die Fragen Originalität? Besitzen sie Relevanz und wenn ja, welche?
  2. Was ist der Stand der Forschung zu meinem Thema? Arbeitet bereits ein anderer aktuell daran? Wer hat was zum Thema veröffentlicht?
  3. Wie möchte ich bei der Bearbeitung meiner Fragestellung methodisch vorgehen? Ist die Methodik angemessen und erfolgversprechend? Welche Ergebnisse lässt mein Vorgehen erwarten? Wie sieht der Zeitplan meines Dissertationsvorhabens aus?

Bei der Beantwortung dieser Fragen gilt es, einen Mittelweg zwischen den Komplexitätserfordernissen des Themas und der Notwendigkeit zu Kürze, Präzision, Lesbarkeit und nicht zuletzt Attraktivität zu finden. Denn der Leser soll sich schließlich für das präsentierte Vorhaben begeistern. Ein interessanter Stil, der trotzdem wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, trägt hierzu bei.

Selbstverständlich sollten alle formalen Aspekte wissenschaftlicher Publikationen berücksichtigt werden:

  1. Deckblatt (mit Themen- und Autorennennung), 
  2. Inhaltsverzeichnis, 
  3. Bibliographie,
  4. korrekte Zitierweise, 
  5. korrekte Orthographie, Interpunktion, Grammatik und Paginierung. 

Die Formatierung sollte auf gute Lesbarkeit und Kommentierbarkeit ausgerichtet sein; d.h. Verwendung einer Standardtype in Mindestgröße 11p sowie ausreichender Zeilen- und Randabstand.

Das sind prinzipielle und allgemeine Überlegungen, die für jedes Exposé, gleich welcher Fachrichtung, Gültigkeit besitzen. Es ist aber offensichtlich, dass etwa eine literaturwissenschaftliche Dissertation neben den fachinhaltlichen vor allem methodisch andere Schwerpunkte setzen muss, als z.B. eine empirisch orientierte Arbeit aus der Werkstoffkunde. Den harten Kern eines erfolgreichen Exposé bildet das methodisch und inhaltlich Fachspezifische. Die hierauf gerichtete Absicht des Autors und seine Fachkompetenz sind die zentralen Punkte, die die Leserzielgruppe erkennen und verstehen muss. 

Wie das grundsätzlich und auch fachbezogen geschehen kann, zeigen viele Seiten im Internet. Sie finden unten folgend eine Liste mit kommentierten Links, die Ihnen bei der Erstellung des Exposé Ihres Dissertationsvorhabens wichtige Hinweise geben. Wir beraten Sie aber auch gerne persönlich.

undefinedGut gegliederte, übersichtliche Webseite des Doktorandenforums, die alle Aspekte eines Promotionsvorhabens beleuchtet, darunter auch das Verfassen eines Exposé.

undefinedProf. Dr. Ulrich von Alemanns Überlegungen zu Aufbau und Inhalt von Exposés unterschiedlicher wissenschaftlicher Zwecke.

undefinedProf. Dr. Sebastian Harnischs „Merkblatt Exposé“ mit eher allgemeinen Empfehlungen.

undefinedProfessor Dr. Wolfgang Schroeders Überlegungen zu Aufbau und Inhalt von Exposés unterschiedlicher wissenschaftlicher Zwecke.

undefinedLeitfaden der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld mit Hinweisen, die auch für Doktoranden anderer Fachrichtungen wertvoll sind.

undefinedWerner Stangls Arbeitsblätter geben Tipps zur Erstellung eines Exposé.

undefinedDer Bremer Schreibcoach unterstützt in jeder Phase einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit. Man kann systematisch und umfassend wissenschaftliches schriftliches Arbeiten schrittweise üben oder einzelproblemorientierte Unterstützung finden.